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Vergangenheit in der Gegenwart

Vergangenheit in der Gegenwart

1 - prolog - Die Zeit wird reden ...



Wegzeichen

Wo noch Lügen liegen
wie unbegrabene Leichen
dort ist der Weg der Wahrheit
nicht leicht zu erkennen
und einige sträuben sich noch 
oder finden ihn zu gefährlich
Die Wahrheit dringt vor
und schickt zugleich ihre Sucher
in die Geschichte zurück
und beginnt aufzuräumen
mit den Verleumdungen
und mit dem Totschweigen der Toten

Vieles wird wehtun
manches verlegen machen
aber die Wahrheit ist
der Weg der Notwendigkeit
wenn das Reich der Freiheit nicht wieder
nur ein leeres Wort bleiben soll
und nur ein Gespött
für Feinde und für Enttäuschte 

Erich Fried

________________________
0-1

ich will dir 
nicht langatmig 
die welt von 
vor 80 jahren 
erklären

als eine art "lotse" 
habe ich in wort- und bild-medien 
das nazi-"euthanasie"-leidensporträt 
um meine tante erna kronshage 
in den unterschiedlichen memorial-blogs 
möglichst realistisch nachgestaltet 
und unterschiedlich umfangreich erzählt, 
um dieses ungeheuerliche geschehen 
als ständige mahnung weiterzugeben ...






Prolog seit 1986 recheriere ich das Leidensporträt meiner Tante Erna Kronshage (*1922), die am 20.02.1944 in der Nazi-"Euthanasie"-Vernichtungsanstalt "Tiegenhof"/Gnesen (polnisch: Dziekanka/Gniezno - heute Polen) ermordet wurde. 

Dabei geht es um   e i n e n   Nazi-Mord im Wust der rund 300.000 geschätzten "Euthanasie"-Opfer insgesamt, die anfangs, also ab 1940, geplant und zentral organisiert, vergast wurden - gezielt in 6 dafür extra hergerichteten Vernichtungsanstalten - auch als "Training" für den dann parallel einsetzenden "Holocaust", der "Shoah" am jüdischen Volk.

Nach dieser ersten zentral aus Berlin gesteuerten "Euthanasie"-Welle mit der historischen Bezeichnung "T 4" (nach der Adresse "Tiergartenstraße 4", dem zentralen Sitz des "Euthanasie"-Planungsstabs) entwickelte sich dann ab Spätherbst 1942 ein "wild"verzweigter dezentral und regional gesteuerter Tötungs-"Hype" aller "irgendwie abweichenden Charaktere" oder der für den Krieg "unbrauchbaren" und "im Wege stehenden oder liegenden" Menschen und Patienten.

Da es bei den "Euthanasie"-Morden um ("volks")deutsche Menschen unterschiedlicher gesellschaftlicher und religiöser Zugehörigkeiten ging, mitten aus den Familien und Milieus herausgerissen, lagen die Kriterien insgesamt historisch natürlich etwas anders als beim "Holocaust" - ich will das aber hier auch nicht miteinander vergleichen oder irgendwie bewerten: Mord ist Mord ...

Mein "Leitbild" vor 30 Jahren zu Beginn meiner Archiv- und Literaturforschungen und Aufarbeitungen war sicherlich getragen von den Leitsätzen und dem Wollen der "68er"-Generation insgesamt, in die ich hineingeboren wurde - und die diese Vorkommnisse in der Nazi-Zeit nicht mehr mit dem Mantel des Verschweigens zudecken wollte (Autoren: Ernst Klee, Götz Aly, Michael Wunder, Heinz Faulstich u.a.) - die die personale Mittäterschaft der Elterngeneration nicht länger infrage stellte.

Ich fand eine allmählich einsetzende - "formal-statistische" - "Sediment-Ablagerung" dieser rund 300.000 "Euthanasie"-Opfer vor - und dieses allgemeine - auch politisch-historisch und institutionelle Totschweigen all dieser Opfer, für die sich zunächst kaum eine "Gedenk- und Erinnerungslobby" stark machte.

In diesen Zusammenhang passt ein nachdenkenswertes Zitat, das sowohl Stalin, Tucholsky aber auch Remarque zugeschrieben wird:

"Der Tod einer Person
 ist eine Tragödie, 
aber der Tod von 300.000 
ist eine Statistik."

Also aus diesem statistisch zahlenmäßig abgehakten Ablagerungs- und Verdrängungs-Sediment will ich mit der Rekonstruktion und Nacherzählung des Leidensporträts meiner Tante Erna Kronshage eben  e i n e n  winzigkleinen Krumen herauspuhlen und ihm nachgehen - beispielhaft für die anderen 299.999 - von denen vielleicht bis heute insgesamt 300 - 400 Einzelbiografien bekannt und publiziert sind - also gut ein Promille.

Dabei geht es mir nicht darum, 
als inzwischen ergrauter Verwandter   
e i n e s   Opfers 
einen langweiligen Vortrag zu halten, 
wie damals die Welt "tickte" 
und zu verstehen sei: 


sondern ich sehe mich mehr als themenbezogene Begleitperson und als Lotse in Wort und Bild für einen gemeinsamen "Trip" in die Welt Erna Kronshages, vor allem natürlich der 484 Tage von ihrer Einweisung bis zu ihrem gewaltsamen Tod - mit dessen ungeheuerlichen und auch zufälligen Begleitumständen - sowie all den aktiven und passiven Akteuren, die daran letztlich mitgewirkt haben und beteiligt waren ... 

Es geht bei der Aufarbeitung all dieser Leidensporträts nicht um die unbotmäßige "Kultivierung eines deutschen Schuldkomplexes" (wie die Afd das inzwischen bezeichnet) - sondern immer noch um die notwendigen Freilegungen längst verdrängter Mordtaten an nicht stromlinienförmig zu integrierenden Menschen mitten aus Familie, Verwandtschaft oder Nachbarschaft, die man als "unnütze Esser" ablehnte und vernichtete, weil deren Leistungsfähigkeit nicht den Normen einer selbsternannten politisch-ideologisch extrem verqueren "Elite" entsprachen.

Und deshalb möchte ich auch den mir nachfolgenden Generationen virtuell oder ganz praktisch - face to face - den kurzen Lebensweg Erna Kronshages näherbringen als exemplarisches Beispiel - mit wieviel (Mit-)Täterschaft und Verstrickungen letztlich so ein Mord vorsätzlich und doch auch stickum verübt wurde - nicht von einem Einzeltäter oder irgendwelchen Monstern, sondern kleinteilig fragmentiert - step by step - von einem verirrten Regime mit all seinen tumben Mitläufern, von Menschen wie du und ich: von Verwandten, Nachbarn, Beamten, Ärzten, NSV- und Ordensschwestern und Diakonissen, und dem Pflegepersonal in den Anstalten und Vernichtungskliniken unter Mitwirkung von Busfahrern, Lokomotivführern usw. ...

Und erschreckend beispielhaft zeigt diese Ermordung meiner Tante, wie rasch sich das alles - unter ganz anderen Prämissen - wiederholen kann, wenn "Verantwortung" und "Moral"  und "Ehrfurcht vor dem Leben" geteilt, zergliedert und fragmentiert wird.

Also lese und sehe - 
und sage es allen weiter ... - 
damit aus meiner Nacherzählung 
Deine Nacherzählungen werden... 

sicherlich gibt es dabei neuere Pack-Enden anzufassen, aber wir dürfen all diese Opferschaft nicht einfach zum Sediment herbsinken und versteinern lassen - sondern in fruchtbaren lebendigen Humus umwandeln ...

Da werden dann die unschuldigen Opfer oft im Nachhinein immer noch als sorgsam gehütetes "Familiengeheimnis" [hier evtl. den Link anclicken zur Info-Station "Familiengeheimnisse & 'Euthanasie'" auf meiner Website]  konsequent abgeschottet, eingeschweißt, abgelegt und möglichst stickum vertuscht und verleugnet - wodurch jedoch diesen Opfern immer noch keine angemessene Würde und Pietät zugestanden wird ... 

Die betroffenen Familien schweigen sich in der Regel aus, spalten ab, verdrängen und vergessen - oder wissen einfach inzwischen von nichts mehr ...

Ein weiteres - vielleicht verwandtes - Phänomen greift immer mehr Platz: Ein Phänomen, das die Psychoanalyse "Transgenerationale Weitergabe" von unverarbeiteten oder ungenügend verarbeiteten Kriegserlebnissen nennt. 


Auch die Kinder und die Enkel und Urenkel - also ganz biblisch ausgedrückt: "bis ins 3. und 4. Glied" - "leiden" oft genug noch unbewusst an den oft furchtbaren Traumata-Gefühlen, die der Bombenkrieg, die Vertreibung, der Nazi-Holocaust oder eben auch die von Nazis und der NS-Psychiatrie zu verantwortende Vernichtung "unwerten Lebens" mit all ihren Gräueltaten mit sich bringen ... Oft sind das Nuancen, ein unbewusstes Schaudern oder eine Unfähigkeit - Ängste, die bei besonderen Situationen plötzlich "wie aus dem Nichts" kommen, eigenartige Traumsequenzen usw. -

"Das Vergessen der Vernichtung ist Teil der Vernichtung selbst", so hat es Harald Welzer in Anlehnung an Jean Baudrillard allerdings erst in unseren Tagen formuliert: Das Vergessen des Grauens ist also von den NS-Tätern, vom damaligen faschistischen System, implizit mitgedacht und haargenau mit geplant und einkalkuliert worden - war quasi Sinn der Vernichtungsaktionen: Vollständige und totale "Ausmerze" und konsequentes restloses "Niederführen" - diese faschistischen Unworte schließen ja eine endgültige "Tilgung" mit ein...

Vergangenes ist ja niemals tatsächlich Aus, Schluss und Vorbei ...: Vergangenes bleibt und es ist - immer wenn wir es aufsuchen und damit kultivieren und integrieren in unsere kollektive Bewusstheit...


Dem gewaltsamen Ableben meiner Tante Erna Kronshage im Februar 1944 werde ich hier in diesem Blog - Stück für Stück - nachspüren, soweit mir das je gelingen wird - noch "blinde Flecken" zeit- und forschungsgemäß aktualisieren... Und ich werde mich über das von ihr erlittene Unrecht empören. 


Edward Wieand



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0-2
"Lebensläufe haben ein langes Gedächtnis. Persönliche Biographien ebenso wie die gemeinsame Geschichte. Was sich an Erfahrungen in ihnen aufbewahrt, kann im Laufe der Zeit überlagert, vertuscht, verdrängt oder totgeschwiegen, nicht aber ungeschehen gemacht werden.

Erinnern ist mehr als bloßes zur Kenntnis nehmen. Wer sich erinnert oder erinnert wird, dem werden Ereignisse und Erfahrungen persönlicher und kollektiver Vergangenheit ins Gedächtnis gerufen, seien sie freudvoll oder schmerzlich.

Er-innern, so sagt es das Wort, geht uns innerlich an, es betrifft uns. Manches Erinnern erfordert Mut und Beharrlichkeit. Manches Erinnern ist eine Pflicht, die uns der Wille zur Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit gegenüber Schuld und Versagen auferlegt. ...
 
„Das Denken an vergangene Angelegenheiten“, schreibt Hannah Arendt, „bedeutet für menschliche Wesen, sich in die Dimension der Tiefe zu begeben, Wurzeln zu schlagen und so sich selbst zu stabilisieren, so daß man nicht bei allem Möglichen – dem Zeitgeist, der Geschichte oder einfach der Versuchung – hinweggeschwemmt wird“." 


Dr. Hartmut Traub, Auszug aus dem Redemanuskript zur Gedenkfeier für die Opfer der NS-"Euthanasie" am 27.01. 2017 im Deutschen Bundestag











1-1 
Zu Anfang nun die Erinnerungen meiner Mutter Martha zum plötzlichen Tod ihrer jüngsten Schwester damals, die sie gut 40 Jahre nach diesem Geschehen - auf meine drängenden Fragen hin - nur widerwillig versuchte so zu rekonstruieren ...: 
„Erna - unser Ernchen - sie starb wohl an Lungenentzündung - das hab ich immer noch so im Ohr - jedenfalls irgendwo im Osten das war wohl so eine Irrenanstalt, ein Krankenhaus, ein Sanatorium – na so eine Heilanstalt eben - der genaue Name stand in dem Telegramm, das Mama und Papa damals erhielten - aber den weiß ich nicht mehr. Man hatte sie dahin verlegt. Vorher war sie ja in Gütersloh, da in der Heilanstalt. Das ging da zu Hause nicht mehr mit ihr. Unsere Mama musste sie ja damals wegbringen lassen. Von der Braunen Gemeindeschwester. So nannte man die damals vom NSV. Ach, ich weiß nicht mehr wie die hieß. Und dann soll Ernchen ja sogar mit einem Messer – ja - mit einem Messer herumgefuchtelt haben – so im Jähzorn, weil sie gar nicht mehr arbeiten wollte ... Sie war so unzufrieden und undankbar. Aber Mama war doch auf sie angewiesen. Also so Genaues weiß ich auch nicht mehr. Das war ja alles eine schlimme Zeit, eine schlechte Zeit. Und die Männer waren alle an der Front – auch dein Vati - und meine Brüder - meine Onkel – und unser Papa war ja auch wegen seines Asthmas kriegsuntauglich - aber er war ja auch schon über 60 Jahre alt. Und dann kam da eines Tages ein Telegramm, sie sei da im Osten plötzlich verstorben. Und Papa hat sich dann sofort dafür eingesetzt, dass Ernchen von da im Osten zu uns hierher überführt wurde. Und erst hat man gesagt, das ginge nicht, aber dann hat das wohl doch geklappt. Aber Mama hat darauf bestanden, in den Sarg zu schauen, wie Ernchen aussah, ob man was sehen könnte, als sie dann nach Zuhause überführt worden war. Ich hatte ja die kleinen Kinder und konnte nicht mit zur Beerdigung gehen - weil Georg ja auch noch im Krieg war ... Und Heini, der hat wohl dann mit Papa den Sarg heimlich geöffnet. Der war nicht im Krieg, der war wohl freigestellt vom Fronteinsatz - "uk" oder wie das damals hieß. Der war ja Schreiner genau wie Papa und sie hatten das Werkzeug, um den Sarg heimlich zu öffnen. Aber sie hätte noch gut ausgesehen, unser Ernchen – ich meine so als Leiche an sich. War ja auch sehr kalt auf der Fahrt. War im Winter – und dann ihre Leiche in einem Sarg - in einem Güterwaggon ... Der Überführungswaggon war damals wohl fast vierzehn Tage unterwegs - bis dass er hier ankam. Es war ja auch Krieg, und dann kam der ja aus dem Osten, das dauerte. Und die Züge wurden ja damals beschossen und angegriffen. Die mussten manchmal tagsüber in einem Waldstück auf dem Gleis stehen bleiben und in Deckung gehen – und konnten nur nachts ihre Fahrt fortsetzen. Der Waggon wurde einfach an andere Züge angehängt - bis er eben hier eintraf. Papa hatte darauf bestanden, dass seine Jüngste zu Hause im Heimatsand im Familiengrab beerdigt würde. Die haben wohl auch die Arme der Erna-Leiche nachgeguckt und die Ellenbeugen, aber da hat man keine Einstiche von Todesspritzen gesehen. Und da waren auch keine Wunden oder Operationsnähte zu sehen. Und, das hat Mama immer wieder erzählt, Erna habe wohl zuletzt nichts mehr zu essen bekommen – sie sei stark abgemagert und nur noch 'Haut und Knochen' gewesen ...“
... soweit Marthas subjektive Wahrnehmung vom Geschehen um Erna / um "Ernchen" - ihrer "kleinen" und jüngsten Schwester ...

1-2
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in Münster bot Ende 1985 in einer Notiz in der Wochenzeitung "Unsere Kirche" mit seinem umfangreichen Archiv Hilfen bei der Erforschung von ungeklärten Opferschicksalen der Nazi-"Euthanasie" an. 
Wie ich daraufhin auf Anfrage aus einem Brief vom 16.Januar 1986 des LWL Provinzialinstituts für Westfälische Landes- und Volkskunde - Wissenschaftliche Hauptstelle - durch Herrn Dr. Karl Teppe erfuhr, wurde meine Tante Erna Kronshage in Gnesen in der damals so benannten Gauheilanstalt "Tiegenhof" (heute Polen) - wie die späteren Recherchen daraufhin ergaben - gezielt und geplant ermordet ... 
Herr Teppe schrieb schon 1986: "Es gibt keinen Hinweis auf "Euthanasie" bei Ihrer Tante, aber der Verdacht liegt sehr nahe. Immerhin lag die Todesrate bei den [von Gütersloh nach Tiegenhof am 12.11.1943] verlegten Personen bis Ende 1944 bei 80 %"...

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Multimediale Doku-Bausteine führen in das Opferschicksal Erna Kronshages

siehe dazu auch das 114-seitige Bild/Doku/Fakten-Magazin zum 484-Tage-"Euthanasie"-Leidensporträt von Erna Kronshage - und nun auch in englischer Übersetzung mit dem DeepL-Translator - und die YouTube-Playlist - bestehend aus 6 Themen-Videos bzw. Slideshows oder Audio-Mitschnitte - auch zur Auswahl - mit insgesamt ca. 60 Minuten Länge ... - außerdem
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Fotos: Fichten am Mühlenkamp (privat) - "Mühlenkamp" - Wohnhaus der Kronshages in Senne II (privat) -




2 - "Todesursache unbekannt" ...





2-1

Schon oberflächlich betrachtet fällt an der bruchstückhaften und halbverdrängten Erinnerungsschilderung von Ernas Schwester Martha zum plötzlichen Tod ihrer Schwester auf, dass die Familie scheinbar doch Gründe genug damals dafür verspürte, die offiziellen amtlichen Erklärungen anzuzweifeln und deshalb mit einer eigenen damals bestimmt illegalen und verschwiegenen laienhaften Inaugenscheinnahme selbst nachzuprüfen, ob man eben vierzehn Tage nach diesem plötzlichen Ableben noch vielleicht offiziell verheimlichte Unregelmäßigkeiten, wie etwa Einstiche oder andere Manipulationen an der Leiche fand ... 

Nach einer im Sommer 1943 rigoros durchgeführten Zwangssterilisation gegen den ausdrücklichen Willen  des Vaters, der zu dem Zeitpunkt noch das Sorgerecht für seine jüngste Tochter innehatte, misstraute die Familie anscheinend den amtlichen Angaben zum Ableben Ernas - und hatte ja auch allen Grund dazu ... 

Die Familie wollte sich eben selbst überzeugen, ob an den Gerüchten über die vielen zweifelhaften Todesfälle dort in den Heilanstalten etwas dran war ... 

War doch Erna eigentlich körperlich kerngesund nur 484 Tage zuvor in die Anstalt in Gütersloh eingeliefert worden. Und nun dieses abrupte Ende, 630 Kilometer entfernt. Und die Kronshages wollten sich natürlich vergewissern, ob denn tatsächlich die sterblichen Überreste von Erna in dem Sarg waren, der da auf den Krackser Bahnhofsgleisen in einem Packwaggon der Deutschen Reichsbahn nach 600 Bahnkilometern Überführungsweg angekommen war - und wofür sie ja alle "entstehenden Kosten" zu tragen hatten ...

Bei den Machenschaften damals (s. Stichwort "Millionen-Becker" *)) kann es sogar durchaus sein, dass Erna Kronshage womöglich bereits Anfang Februar 1944 umgebracht wurde - und der Termin erst nachträglich auf den 20.02.1944 umdatiert wurde ... - aber außer dem beurkundeten Todeszeitpunkt liegen in Tiegenhof/Dziekanka keine anderen amtlichen Unterlagen vor ...

Die "Leichenschau" zu Hause musste klammheimlich und ohne jedes Aufsehen geschehen - und dazu gehörte Mut und unbedingte Verschwiegenheit - und eine gehörige Portion "Verschlagenheit" in dieser NS-Zeit. 
















2-2

Und nach der privaten Inspizierung wurde der Sarg dann in der Deele des Mühlenkamps aufgebahrt, von wo die Leiche Erna Kronshages dann am Sonntag, dem 05.03.1944, mit der örtlichen Leichenkutsche abgeholt und zum Friedhof in Senne II gebracht wurde, wo die Beerdigung nachmittags um 15.00 Uhr stattfand.



All diese Zweifel und all dieses Misstrauen und all diese klammheimlichen Aktivitäten schlugen sich in jener Zeit des Verschweigens, des Abspaltens als eine ganz "normale" Todesanzeige - 1-spaltig/60 mm hoch - in der Tageszeitung nieder ... eigentlich genauso wie die Todesanzeigen für die "Gefallenen" an der Front damals - nur das Zeichen des "Eisernen Kreuzes" fehlte: "Fern der Heimat starb plötzlich und unerwartet nach langer, schwerer Krankheit " - aber der in der Sterbeurkunde angegebene Todestag, der 20.02.1944, wurde nicht genannt... 

Und dabei hatte der Vater Adolf Kronshage doch eine "Krankheit" seiner Tochter Erna in vielen Briefen an die Anstalt Gütersloh und an die Erbgesundheitsgerichte stark bezweifelt und immer wieder auf eine Entlassung aus der Anstalt gedrungen - bis hin zum (wenigstens angedrohten) Widerstand - was in diesen Zeiten durchaus Mut und Zivilcourage erforderte ...

Lediglich im Sterbebucheintrag der Kirchengemeinde Senne II vom 05.03.1944 verzeichnete Pastor Holzapfel den Hinweis "Todesursache unbekannt. Sie starb in einer Anstalt für Geisteskranke in Tiegenhof, Krs. Gnesen" - zur damaligen Zeit sicherlich auch Ausdruck eines "stillen Protestes" - denn die amtliche Todesursache: "Erschöpfung" war ja dem Pastor durch die amtliche Sterbeurkunde durchaus bekannt ... s. auch Abschnitt 24:


"Todesursache unbekannt - Sie starb in einer Anstalt für Geisteskranke in Tiegenhof, Kr. Gnesen."

vergrößern




2-3

Aber mit dem Tod des Vaters Adolf Kronshage - 4 Monate später, im Juni 1944, mit 68 Jahren - verschwand der "kritische" Geist zum Ableben Ernas auch in der Familie oder wurde zumindest erfolgreich verdrängt. Im Weiteren wurde dieser als "eigenartig" und "plötzlich" erfahrene Tod Erna's schamhaft verschwiegen und nur auf ausdrückliche Anfrage bruchstückhaft und widerwillig kommuniziert.


Fotos: Von Oben nach Unten: Ansicht einer typischen Diele/Deele in Ostwestfalen-Lippe - ähnlich der im Mühlenkamp - Ouelle: Wikipedia/Wiki/Kalletal - Packwaggon der Deutschen Reichsbahn (verändert) (Google-Bildersuche) - Schreinerwerkstatt http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/63/Schreinerwerkstatt_Boos_Aulendorf.jpg - Siegelmarke "Irrenanstalt" Tiegenhof/Dziekanka, Gnesen, Provinz Posen (Privat) - Leichenschau Face = Verwendung eines Fotos von http://leichenschau.medicalpicture.de/ - Die heimliche Leichenschau (Verwendung Fotoausschnitte von "gute frage.net" & von (c) dpa/tz-online - V)


In den bürokratisch voll durchorganisierten Abläufen nach dem von der Zentralstelle der NS-"Euthanasie" T 4 (Tiergartenstraße 4) mittels der Tarnorganisation „Zentralverrechnungsstelle Heil- und Pflegeanstalten“ (ZVSt) (befasst mit  der Abwicklung der Kosten mit den Anstaltsträgern unter Leitung von Dietrich Allers und als Vertreter Hans-Joachim Becker [Stichwort: "Millionen-Becker" *) =] verfassten "Rundschreiben vom 10. 7. 1943, B. Ru 5, 'Merkblatt für die Aufnahmeanstalten von Geisteskranken aus anderen Reichsgebieten', Direktionsregistratur 1382/43, M. Abt. 209, WstLA" - wird das alles penibel genau be- und vorgeschrieben - z.B. unter VI. Verschiedenes - b): ...  
..."Leichenüberführungen: Bestehen Angehörige trotz der schwierigen Verkehrslage auf Überführung der Leiche, so haben sie alle entstehenden Kosten zu tragen."
*) Stichwort "Millionen-Becker": In seiner Aussage vom 4. März 1947 vor der Staatsanwaltschaft Kassel erklärte Becker: „Man hatte bei der Tötung von Geisteskranken an alles mögliche gedacht, aber auf dem Abrechnungssektor war eine Tarnungslücke übrig geblieben ... Ich wurde dringend gebeten, doch wenigstens dem Verwaltungsdurcheinander abzuhelfen ... Bei dieser Gelegenheit erkannte ich, wie völlig ahnungslos die offenbar alle aus Parteikreisen stammenden leitenden Persönlichkeiten in verwaltungsmäßiger Beziehung waren.“ Als Lösung schlug Becker die Gründung einer „Zentralverrechnungsstelle Heil- und Pflegeanstalten (ZVSt)“ als weiteres Schein-Unternehmen der Zentraldienststelle-T4 vor, die die Abrechnung mit den Kosten- bzw. Rententrägern zentral vornahm. Diese organisatorische Neuregelung brachte drei entscheidende Vorteile mit sich:
  • Arbeitserleichterung für die diversen Aufnahmeanstalten und Kostenträger
  • Ausgleich der unterschiedlichen Pflegesatzhöhen beim Anstaltswechsel
  • Beitrag zur Geheimhaltung des Krankenmordes, da den Kostenträgern die tatsächlichen Sterbeorte nicht mehr bekannt wurden.
    Nebenprodukt dieser Zentralisierung war weiterhin die Möglichkeit durch fingierte Sterbedaten noch für Zeiten nach dem Tod der Patienten die Unterbringungskosten von den Kostenträgern einzufordern. In der fortgeschrittenen Praxis wurde das offizielle Sterbedatum um etwa zwei Wochen über das tatsächliche Todesdatum hinausgeschoben. Die so gewonnenen „Mehreinnahmen“ beliefen sich auf eine erhebliche Höhe und trugen Becker den Spitznamen "Millionen-Becker“ ein.(WIKIPEDIA)

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    3 - Verortung

     
    Mühlenkamp um 1940 - Foto von Ewald Kronshage 























    Einfahrt zum Mühlenkamp 2010 | von der Verler Straße, BI-Sennestadt
    Ausschnitt aus: GOOGLE-STREET-VIEW














    Geburts-/Taufurkunde - zum Vergrößern clicken


    3-1 

    Erna Kronshage wurde am Dienstag, dem 12. Dezember 1922, gegen 21 Uhr ("nachmittags 9 Uhr"), in Kracks, Senne II, Nr. 6, Amt Brackwede, Landkreis Bielefeld (heute: Bielefeld-Sennestadt), als elftes Kind der Eheleute Anna und Adolf Kronshage (im Tierkreiszeichen Schütze - Aszendent Löwe) geboren, in der Hofstatt "Mühlenkamp", heute Verler Straße 76.
    Der Dezember 1922 wird in historischen Wetteraufzeichnungen für Ostwestfalen als ein "milder Monat" bezeichnet, nachdem es im Oktober/November bereits Frost gegeben hatte.

















    Reproduktion aus dem Heimatbuch SENNESTADT, Hrsg. Sennestadt-GmbH, 1980: Das Gehöft "Senne II No. 6" in der Gemarkung Kracks, an der heutigen Verler Straße, früher Bahnhofstraße, der "MÜHLENKAMP" genannt - Geburtshaus und Wohnsitz von Erna Kronshage - nach einer Graphik von Horst H. Wasgindt, 1980 - Die Bildunterschrift zum Mühlenkamp im Original 1980: "In besonders gutem Zustand ist auch der Kotten von Westerwinter kurz vor dem Bahnübergang. Dieser Kotten ist vielen Senner "Fahrschülern", die mit der Bahn zu ihrer Schule nach Bielefeld fuhren noch in guter Erinnerung, stellten sie doch ihre Fahrräder bei "Oma Kronshage" unter und flitzten dann schnell über die Gleise zum wartenden Zug."



    Colorierte Graphik: Der Mühlenkamp-Hof nach dem Foto von Ewald Kronshage - oben - um 1940 - bearbeitet ...



    Mühlenkamp 2012 (Verler Straße 76 - früher: Senne II, Nr.6)
    Die Fahrräder der Berufspendler vom Bahnhof gegenüber wurden auf der Deele bewacht


















    So ungefähr sieht es in der Drechslerwerkstatt Vater Kronshages auf dem Hof aus - (Foto: Rüdiger Hötger)








    Die bebauten Felder der Familie Kronshage hinter dem Mühlenkamp - hier: ähnliche Ansicht zum Waldrand Richtung Fa. Brinkmann

     













    Evangelische Kirche zu Senne II - (heute Kreuzkirche zu Sennestadt) - Ernas Tauf- und Konfirmationskirche

    So "malerisch" sieht es heute an der ehemaligen Sägemühle Westerwinter aus (s. dazu auch Abschnitt 8 "...Bomben...") - in Nachbarschaft zum Mühlenkamp, dem Geburtshaus Erna Kronshages - Bildquelle: unter Verwendung eines Fotos aus dem Wanderführer "Wandern in Sennestadt", 2010

    ______________________________

    3-2

    Am Neujahrstag 1923 wurde "ERNA" in der Kirche zu Senne II getauft von Pastor Jansen - Paten waren Ernas Schwestern Anna und Lina (s. Geburts- und Taufurkunde - oben)

    Und am 21.03.1937 (Sonntag Palmarum) wurde Erna Kronshage in der Kirche zu Senne II von Pastor Holzapfel konfirmiert. Der Konfirmationsspruch lautete:
    "Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm."
    (1. Joh. 4,16).


    Die Flurbezeichnung "Kra(c)ks" - ursprünglich der Name des Grundbesitzers, auf dem der Bahnhof gebaut wurde, und dem die meisten Ländereien rundum gehörten - ist inzwischen untergegangen und wird nur noch manchmal zur Bezeichnung des nahegelegenen benachbarten Bahnhofs jenseits der Bahnschienen benutzt.



    Bahnhof "Kracks" - heute "Sennestadt" - Aufnahme aus Sicht der von Familie Kronshage bebauten Ackerflächen - Von den Gleisen aus gesehen - Bildquelle: Verscheide/Peters: Zwischen zwei Magistralen, SH-Verlag 1995, S.82

     
     
    Typische Deelenansichten, ähnlich dem "Mühlenkamp" - Bildquelle u.a.: DIE SENNE, Wehrmann, 1985


    So sah es wahrscheinlich in Ernas Kammer aus - (illustrierendes Foto Filmstill ZDF)

    3-3



    Die Behausung, in die Erna hineingeboren wurde, war nach unseren heutigen Maßstäben äußerst karg eingerichtet. Kleine selbstgeschreinerte Schränke für das was man brauchte. Das Arbeits- und Alltagsschuhwerk aller bestand aus einfachen Holzschuhen, aus "Holschken", im Winter wie im Sommer, die Kleidung war zwar ausreichend aber doch insgesamt auch einfach und dürftig und immer wieder durch die Hausschneiderin und Wäscheflickerin instandgesetzt und aufbereitet. Für Sonn-, Fest- und Feiertage gab es dann noch die Festtagskleidung und die „guten“ Schuhe, und das wars dann auch schon.


    Typisches "Arbeitsgeschirr"




    Typisches Schlafzimmer - ähnlich der Ausstattung im "Mühlenkamp" - Foto: Achim Schmidtmann, Freilichtmuseum Detmold

    Es gab aber auch ein Nadel-Grammophon zum "Musikmachen". Die Brüder Ernas hatten teilweise Musikinstrumente. Und es gab für die Nachrichten und die "Pflichtreden" des "Führers" den "Volksempfänger" ...
    Abends - zum "Feierabend" - saß die Familie zusammen, spielte Grammophon, stopfte und strickte und las die Tageszeitung - das Fernsehen gab es ja noch nicht ...



    <
    Volksempfänger" - um 1935/1940 - Quelle: http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/481609   - darunter: Gemälde von Paul Matthias Padua, 1939, Anhören der "Führer"-Rede - www.thirreichruins.com




    Ausschnitt aus der Topographischen Karte 1:25.000 "4017 Brackwede" - Ausgabe 1947, mit "Kracks" als Gemarkung in SENNE II - links an der Bahnlinie am Bahnhof Kracks ein roter Punkt: "Mühlenkamp" ... - darüber: Fotorepro LWL: typische Feierabendszene Anfang/Mitte des 20.Jhrdt.

    Ein ähnlicher Ausschnitt GoogleEarth heute: Der "Mühlenkamp" gekennzeichnet mit einer "Gelben Nadel"


    Ein ähnlicher Ausschnitt aus einer Wanderkarte - Quelle: "Wandern in und um Sennestadt", Sennestadtverein 2010 - (c) Vermessungs- und Katasteramt Bielefeld 5/2010

    Erna Kronshages unmittelbare Umgebung - Ausschnitt aus obiger Wanderkarte, 2010
    (gekennzeichnet auch der inzwischen gelegte "Stolperstein" für Erna Kronshage - an der Ecke Kreuzung Verler Straße/Krackser Straße/Fußgängerüberweg Richtung Bahnhof - s. Sideboard rechts)


    Die typischen Sandwege und -"Straßen" in Senne II zur Zeit Erna Kronshages - Bildquelle: DIE SENNE, Wehrmann, 1985

     
    Die Bahnhofstraße in Kracks/Senne II, an deren hinterem Ende rechts der Mühlenkamp lag und gegenüber der Bahnschienen dann der Bahnhof Kracks - dann: Die Kirche mit Gasthof Ramsbrock und Gemeindevertretung - Das "Sennebad", in dem Erna Kronshage sicherlich schwimmen ging, ca. 200 m vom Wohnkotten entfernt - Blick über die neu erbaute Reichsautobahn zum sogen. "Bielefelder Berg", heute A 2 - Anschlussstelle "Bielefeld-Sennestadt" - Quelle: Ansichtskarten von 1942


















    Kindermediziner und neunfacher Vater über Erziehung

    "Das jüngste Kind ist meist der Querdenker"

    Gerhard Jorch, 66, ist Neonatologe und Neuropädiater an der Magdeburger Universitätskinderklinik - und Vater von neun Kindern. Ist es ein Glück, viele Geschwister zu haben? 

    Von Julia Koch | 31. August 2018 | spiegel.de


    SPIEGEL: Herr Professor Jorch, Sie halten Großfamilien für ein Segen. Aber werden nicht längst die meisten Kinder ohne mehrere Geschwister groß?

    Jorch: Keineswegs. Es gab im Jahr 2016 in Deutschland mehr Kinder, die mit zwei oder mehr Geschwistern aufwuchsen, als Einzelkinder. Bei 12 Prozent der Familien hierzulande lebten sogar mindestens drei Kinder. Trotzdem denken viele Menschen beim Thema Kinderreichtum erst einmal an Armut, Chaos und Jugendamt. Das wollen wir Kinder- und Jugendmediziner ändern.

    SPIEGEL: Was unterscheidet Kinder mit vielen Geschwistern von ihren Altersgenossen aus Kleinfamilien?

    Jorch: Aus der Geschwisterforschung wissen wir, dass sich erste Kinder oft angepasst und regelkonform verhalten; bei vielen Geschwistern ist das jüngste Kind meist der Querdenker, bereit, zu neuen Ufern aufzubrechen. Unsere Gesellschaft braucht dieses Potenzial der Kreativen, Unangepassten und Mutigen mehr denn je. Wer mit vielen älteren Geschwistern aufwächst, wird zum Teil auch von denen mit erzogen. Die machen das ganz anders als Eltern, natürlich auch mal härter und rücksichtsloser.

    SPIEGEL: Und das ist gut für die Kinder?

    Jorch: Ja, denn sie müssen vielleicht mehr warten und verzichten, aber sie lernen auch das Vertrauen in eigene Fähigkeiten und darauf, dass am Ende alles gut wird. Eine Mutter von fünf, sechs Kindern kann nicht jedes einzelne von morgens bis abends überwachen und ständig zur Schule oder zum Sport fahren. Außerdem ist die Beziehung zu den eigenen Geschwistern meist die längste, die man im Leben hat. Welche andere Beziehung kann locker 70, 80 Jahren andauern? ...

    Auszug aus: spiegel.de