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Vergangenheit in der Gegenwart

Vergangenheit in der Gegenwart

24 NS-"Euthanasie"-Phasen und Gedenken - Psychiatrie-Film: Zeitalter der Angst - Täter-Datenbank in Hamburg


Genau 75 Jahre nach Hitlers "Euthanasie"-Befehl mahnt nun an der Tiergartenstraße in Berlin - wo sich die NS-Vernichtungszentrale der Tarn-Organisation "Aktion T4" befand - eine 24 m lange blaue transparente aber auch spiegelnde Wand mit einem Dokumentations- und Informationspult die oft brutalen Schicksale all der Opfer willkürlicher Ausgrenzung, "Ausmerze" und Gewalt an - gestern und heute ... | Foto: DPA -





NS-"Euthanasie"-Phasen  |  und das Gedenken ...
Die neueste Schätzung geht davon aus, dass in den Jahren von 1939 bis 1945 in den Grenzen des damaligen Deutschen Reiches (einschließlich der annektierten Gebiete) etwa 196.000 Psychiatriepatienten ermordet wurden. Rechnet man die etwa 80.000 Toten in polnischen, sowjetischen und französischen Anstalten sowie die etwa 20.000 in den „Euthanasie“-Anstalten ermordeten KZ-Häftlinge (Aktion 14f13) hinzu, erhöht sich die Opferzahl auf fast 300.000. 


Bei der Analyse des Massenmordes an psychisch kranken und geistig behinderten Menschen im „Dritten Reich“ sind mehrere Formen und Phasen zu unterscheiden:


  • die Erschießung und Vergasung von polnischen und deutschen Patienten in den Reichgauen Danzig-Wartheland und Westpreußen zu Beginn des Zweiten Weltkriegs;
  • die Krankenmorde in den besetzten Gebieten Polens, der Sowjetunion und Frankreichs, die etwa 80.000 Opfer forderten;
  • die Erfassung, Begutachtung und Ermordung von etwa 5.000 bis 10.000 Kindern und Jugendlichen in mehr als dreißig „Kinderfachabteilungen“ in den Jahren von 1939 bis 1945;
  • die „Aktion T4“, die Vergasung von etwa 70.000 Patienten aus den deutschen Heil- und Pflegeanstalten in sechs mit Gaskammern ausgerüsteten Anstalten von Januar 1940 bis August 1941;
  • die „Aktion 14f13“, in der etwa 20.000 KZ-Häftlinge ermordet wurden;
  • die „Sonderaktion“ gegen etwa 1.000 jüdische Patienten im Jahre 1940;
  • die „regionale Euthanasie“, d.h. die Fortführung der „Euthanasie“ nach dem Stopp der „Aktion T4“ in vielen Heil- und Pflegeanstalten, die nun nicht mehr zentral gesteuert, sondern von den Mittelinstanzen – den Landes- und Provinzialverwaltungen – getragen wurden;
  • der Versuch der Reichsarbeitsgemeinschaft Heil- und Pflegeanstalten im Sommer 1943, die „Aktion Brandt“ zur Errichtung von Ausweichkrankenhäusern in Heil- und Pflegeanstalten abseits der luftkrieggefährdeten Gebiete zu nutzen, um die dadurch notwendig gewordenen großräumigen Verlegungen von Psychiatriepatienten in die noch bestehenden „Euthanasie“-Zentren zu lenken und damit den weiter andauernden Massenmord wieder zentraler Kontrolle zu unterwerfen (nach Hans Walter Schmuhl). 
Rosen an der blauen "Euthanasie"-Gedenkwand | Bild: dpa

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AGE OF FEAR: Psychiatry's Reign of Terror
ZEITALTER DER ANGST - TERRORHERRSCHAFT PSYCHIATRIE

Überblick über die Geschichte der Psychiatrie als "deutsche Erfindung" - 





Quasi als "Komplementär"-Projekt zu den "Stolpersteinen" und Erinnerungseinrichtungen hat jetzt Hamburg eine Datenbank angelegt für die NS-Täter und NS-Karrieristen, die zeigt, dass manchmal Täter und Opfer in einer Straße als Nachbarn oder gar in einem Haus gelebt haben ... -

Hoffentlich folgen bald viele Stadtarchive diesem Beispiel - und auch Datenbanken für die Opfer sind ja noch rar gesät - und äußerst lückenhaft ...



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Datenbank-Projekt zeigt NS-Täter und Profiteure
Kulturjournal - Autorin: Yasemin Ergin

Wir kennen die Namen der großen NS-Verbrecher. Aber welche Profiteure gab es sonst noch im Dritten Reich? Wer bereicherte sich, wer denunzierte, wer machte Karriere auf Kosten anderer? In der bundesweit einzigartige Datenbank "Die Dabeigewesenen" kann man nun die Täter und Mitläufer im nationalsozialistischen Hamburg finden.

Die Datenbank, initiiert von der Hamburger Landeszentrale für politische Bildung unter der Leitung der Historikerin Rita Bake, umfasst über 500 Profile, weitere sollen folgen. Außerdem will die Datenbank konkrete Orte des NS-Geschehens sichtbar machen - gegen das Vergessen. Schon jetzt zeigt sich, wie wichtig das ist: Mehr als 70 Jahre nach Kriegsende gibt es beispielsweise noch immer Straßen in Hamburg, die nach NS-Profiteuren benannt wurden.

Antisemiten als Namensgeber

Zum Beispiel die Georg-Bonne-Straße. Georg Bonne war ein Arzt aus Nienstedten, der sich um die Hygiene der armen Bevölkerung gekümmert hat, unter anderem, dass sie guten Wohnraum bekamen - und gutes Trinkwasser. "Gleichzeitig war er seit frühester Jugend ein sehr überzeugter Antisemit", erzählt Rita Bake. "Er hat 1942 ein Pamphlet geschrieben, das 'Der ewige Jude' heißt und ganz furchtbar ist."

Weitere Beispiele: Der Borchlingweg ist nach einem Professor benannt, der sich früh der NS-Ideologie verschrieb. Oder der Högerdamm. Namensgeber ist Fritz Höger. Der Hamburger Architekt hat unter anderem das Hamburger Chilehaus geschaffen, war aber auch NS-Profiteur und ein großer Hitler-Fan.

Zwei Jahre haben Rita Bake und ihre Mitarbeiter geforscht, um "Die Dabeigewesenen" aufzubauen. Zu Fritz Höger findet man einiges an Material, das nicht zum Bild des gefeierten Star-Architekten passt. "Er ist sehr früh in die NSDAP eingetreten, im Grunde genommen kann man ihn als Karrieristen bezeichnen", so die Historikerin. "Er hat auch nette Briefe an Herrn Hitler geschrieben. Und noch nach 1945 hat er ein Traktat geschrieben, in dem er schreibt: 'Genauso ist auch das Judentum ein solcher Schmarotzer in der gesamten Menschheit, die von ihm befallen wird ...'"

Die Datenbank richtet den Blick nicht nur auf die offensichtlichen Täter, sondern auf all jene, die das System unterstützten. Nicht nur Personen sind erfasst,sondern auch Orte und Ereignisse. Mit "Die Dabeigewesenen" kann also jeder die Geschichte entdecken - die der Opfer UND die der Täter - ganz einfach. ...

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HIER GEHT ES ZUR DATENBANK

Die Dabeigewesenen  (hier clicken)
Das bundesweit einzigartige Datenbank-Projekt "Die Dabeigewesenen" will zeigen, wer die Täter und Karrieristen im nationalsozialistischen Hamburg waren. 


http://www.hamburg.de/ns-dabeigewesene


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